Küstenkind
Wenn du am Meer geboren wirst, hast du immer einen Bezug zum Strand, zum Ozean und zu den Gezeiten – so glaube ich es zumindest.
Ich erblickte am 11. August 1972 im schönen Bade- und Kurort Cuxhaven das Licht unseres Planeten. Meine Eltern wohnten im Ortsteil Döse, etwa 300 Meter hinter dem Deich. Der wichtigste Tag des Jahres war dort immer der, an dem der Strandkorb seinen Platz für den Sommer an einer schönen Stelle am Meer fand.
So verbrachte ich die ersten zehn Jahre meines Lebens. Grundschule in Döse, Angeln, Pöllern, Fahrten mit dem Krabbenkutter, Wattwanderungen, Schwimmen im Priel und Sandburgen bauen – immer mit der Hoffnung, dass sie der kommenden Flut möglichst lange standhielten.
Irgendwann ging es dann zu den Pfadfindern und zu all den anderen Dingen, die man als kleiner Junge eben so macht. Vor allem wurde ich zum großen Star Wars-Fan und investierte jede Mark in neue Figuren. Manchmal verbrachte ich Stunden vor dem Actionfiguren-Ständer, um die richtige Figur auszuwählen. Einer meiner damaligen Kumpels hatte den gesamten Dachboden in eine Schneelandschaft verwandelt – das war damals das Größte für mich.
Meine Großeltern nahmen sich viel Zeit für uns. Mit dem einen Oma-und-Opa-Gespann ging es oft in den Wald, um Höhlen zu bauen, oder nach Bremerhaven, um U-Boote anzuschauen. Mit den anderen ging es ans Meer oder in den Schrebergarten. Abends gab es dann Toast Hawaii, und alle waren glücklich.
Mit zunehmendem Alter kamen viel Sport, vor allem Leichtathletik und Handball, dazu.
Rückblickend würde ich sagen: Es war ein ganz normales, glückliches Leben – mit liebevollen Eltern, einem jüngeren Bruder und dem Meer als täglichem Begleiter.
